Strom ohne Steckdose
Neben den fest installierten Solarmodulen sieht Lemp auch ein Einsatzgebiet von Solarzellen in mobilen Geräten. Wegen des geringen Gewichts und der Flexibilität bieten sich hier Dünnfilm-Technologien an, für die Merck ebenfalls interessante Produktkonzepte anbietet. Der Stromverbrauch des Gerätes und die Leistungsfähigkeit der Zellen müssen optimiert und aufeinander abgestimmt werden. „Als Ergänzung zur konventionellen Batterie finde ich den Einsatz in mobilen Geräten absolut sinnvoll“, meint Hans-Jürgen Lemp. Hier lauten die Anforderungen an Merck: Mehr Watt je Euro. Die Zukunft der Stromversorgung mobiler Geräte liegt daher in Hybrid-Lösungen mit „intelligentem Powermanagement“, bei dem Batterien und Solarzellen jeweils kombiniert zum Einsatz kommen.
Apple hat das Zukunftspotenzial erkannt und sich vor Kurzem durch ein Patent die Integration von Solarzellen schützen lassen. „Zukünftige Generationen von iPhones, iPods oder MacBooks sollen mit Solarzellen laufen, die bei Lichteinfall Batterien aufladen“, sagte Steve Jobs schon vor Jahren auf der Apple-Messe Macworld. Wie immer möchten die Kalifornier ihr wegweisendes Design nicht dem Zweck opfern. So sollen im MacBook Solarzellen direkt in das Display eingebaut werden. Ein Vorteil: Die angebrachten Solar-Panels hinter dem LCD-Bildschirm würden das Umgebungslicht absorbieren, das durch die Bildschirmbeleuchtung entsteht. Das wäre eine Sensation, denn es handelt sich um ein völlig neues Konzept. Beim iPhone, mutmaßen Insider, werden Ingenieure zukünftig die Rückseite benutzen, um die zusätzliche Stromquelle unterzubringen.
Samsung ist da schon weiter. Mit Blue Earth präsentierten die Südkoreaner ein solarbetriebenes Mobiltelefon, das noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll. Das Touchscreen-Handy hat auf seiner Rückseite Solarzellen integriert – nach einer Aufladezeit bis eineinhalb Stunden im Sonnenlicht kann der Nutzer laut Hersteller eine halbe Stunde lang telefonieren. Um den Akku komplett aufzuladen, braucht das Handy 14 Stunden lang eine intensive Lichtquelle.
Übrigens spielt isishape® bei der Herstellung und Strukturierung von Displays oder von Touchpanels – berührungsempfindlichen Bildschirmen – ebenfalls eine große Rolle. Bei der Herstellung dieser Panels ist es wichtig, in einem Schichtensystem ausschließlich die richtige Schicht gezielt zu strukturieren, damit die Funktion gewährleistet bleibt. Hier muss teilweise bis in den Nanometerbereich genau gearbeitet werden. Diese Präzisionsarbeit wird durch isishape® unterstützt und vereinfacht.

© Merck
Innovativ: Das solarbetriebene Handy Blue Earth von Samsung
Welchen Wirkungsgrad Solarzellen künftig erreichen können, hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) bereits vor sieben Jahren gezeigt. Damals haben die Forscher einen energetisch völlig autarken Palmtop präsentiert, den sie mit einer Hochleistungssolarzelle aufgerüstet haben. Schon künstliches Licht versorgte den Palmtop ausreichend mit Strom. Die hohen Leistungsdaten bei direktem Sonnenlicht lagen am speziellen Design des Palmtops. 14 Einzelzellen aus monokristallinem Silizium lagen wie Dachschindeln übereinander und erreichten so einen Wirkungsgrad von mehr als 20 Prozent. Heute schaffen die Forscher am ISE für die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom erstmals einen Wirkungsgrad von über 40 Prozent. Dazu wurde das Sonnenlicht 454-fach auf eine fünf Quadratmillimeter kleine, sogenannte Mehrfachsolarzelle aus den Halbleitern Gallium-Indium-Phosphid, Gallium-Indium-Arsenid und Germanium konzentriert. Für kommerzielle Zwecke sind die Zellen mit Kosten von bis zu 1500 Euro je Watt jedoch viel zu teuer. Konventionelle Siliziumsolarzellen liegen zum Vergleich nur zwischen drei und zehn Euro je Watt.
Hans-Jürgen Lemp prophezeit eine strahlende Zukunft für Solarzellen. „Der Markt erwartet ab 2010 wieder jährlich hohe zweistellige Steigerungsraten in der Produktion von Solarzellen ¬– das ist ein boomender Industriezweig.“
isishape®| isishape® ist im Rahmen der LC (Liquid Crystal)-Branding-Strategie entstanden. Spricht man den ersten Teil des Warenzeichens aus, so klingt es wie das englische „easy“, also "einfach". „Shape“ bedeutet „formen“ oder "etwas in Form bringen". "In a good shape" heißt ja auch "gut in Form". Hiermit ist die Strukturierung des Wafers, also einer simplen Solarzellenstruktur, gemeint. Zusammen genommen soll der Name isishape® ein einfaches Strukturieren assoziieren. |