Gerade das, was auf uns so einfach wirkt, erfordert nicht selten immense Expertise: Ein Schilfboot, das, ohne einen einzigen Nagel gebaut, den Atlantik überqueren soll; ein japanisches Haiku-Gedicht, das in exakt 17 Silben alles sagt. Oder eine kosmetische Kreation, in der sich modernste Technologien mit dem Jahrtausende alten Wunsch nach menschlicher Schönheit verbinden. Ob Lippenstift oder Creme, was heute seinen unscheinbaren Platz in Bad oder Schminktäschchen findet, ist keineswegs ein einfaches Produkt: Präzise und dauerhaft muss es seine Tönung und Konsistenz erhalten, muss homogen und haftfest sein – und dazu noch zuverlässig pflegen, glätten oder decken. Dass sämtliche Inhaltsstoffe obendrein auf ihre Sicherheit und Verträglichkeit geprüft sein müssen, ist für Verbraucher wie für Markenartikler eine Selbstverständlichkeit.
Vielfältige Grundstoffe – erleichterte Auswahl
Mit alledem kennt Merck sich aus wie kaum ein anderes Unternehmen – und das dank zweier starker Traditionslinien unternehmenseigener Kompetenz: Das Unternehmen ist ein Global Player sowohl bei den Perlglanzpigment-Technologien, die Kosmetika subtile und unverwechselbare Farbeigenschaften verleihen, wie auch bei den Wirksubstanzen, die der Haut Gutes tun. Erfahrene Spezialisten entwickeln beide Produktlinien kontinuierlich weiter, regelmäßig gibt es Innovationen. Und entsprechend vielfältig ist auch die Auswahl, die Merck-Kunden aus dem reichen Angebot an Lösungsvorschlägen und Grundstoffen für ihre neuen Kosmetika treffen können.
Seit diesem Jahr haben sie es dabei entscheidend einfacher: Im September 2009 hat Merck am Stammhaus-Standort Darmstadt das neue Cosmetic Technology Center (CTC) eröffnet – ein Kompetenzzentrum für Pigmente und Wirkstoffe unter einem gemeinsamen Dach. Hier empfangen Anwendungstechniker aus beiden Bereichen ihre Kunden, um in Demonstration und Diskussion deren neue Produktideen Wirklichkeit werden zu lassen: Das CTC ist Labor, Showroom und Forum, alles unter einem Dach. Und es steht nicht auf der grünen Wiese, sondern mitten im Leben des Unternehmens, ganz nahe bei Forschung, Entwicklung und Produktion, ein Prinzip der kurzen Wege. Den Kunden bietet es: Rat, Lösungen, Einblicke.
Xenia Petsitis, Leiterin des technischen Service für Kosmetik-Pigmente, zählt zu den schnellen Helfern des CTC: Der Pigment-Profi auf Kundenseite hat eine Frage? Dann kann er sich rasch Rat bei der Ingenieurin und ihren Mitarbeitern holen: „Er ruft uns an oder schickt eine Mail“, erklärt sie. „‚Gerade arbeite ich an einem Shampoo‘, sagt er, ‚aber den letzten Kniff für die völlig gleichmäßige Verteilung des Spezialpigments habe ich noch nicht gefunden. Was muss ich tun, damit es perfekt wird?‘ – und oft wissen wir schon spontan die Antwort, aus Erfahrung.“ Manchmal aber ist es notwendig, die Hürde, die der Kunde nehmen möchte, nachzustellen.
Cosmetic Technology Center in Darmstadt
Lippenstifte gießen, Puder pressen
Dann schlägt die große Stunde des CTC-Labors: „Wenn es eine Frage ist, die wir nicht spontan klären können, ist unser Labor in der Lage, sie ganz praktisch anzugehen“, sagt Xenia Petsitis. Was der Kunde machen möchte, wird ausprobiert. Was es im Industriemaßstab „in Groß“ gibt, steht hier im Laborformat: Gerätschaften zum Gießen von Lippenstiften, zum Pressen von Puder oder einfach nur zum höchst genauen Rühren laden zum Experiment. Gegebenenfalls gibt es eine Rückfrage an die Spezialisten der Entwicklungsabteilung, in der das Pigment erschaffen wurde, und schließlich dann die Lösung.
„Das CTC ist in seiner Art einzigartig und es bietet den Kunden eine sehr willkommene Vielfalt an Rohstoffen“, sagt Dr. Frank Pflücker, als Leiter der „Globalen Anwendungstechnik kosmetischer Wirkstoffe“ ein Vertreter der „weißen“ Seite des CTC – der aktiven Rohstoffe für Sonnenschutz, Hautpflege und Selbstbräuner also: „Die Angebotsseite ist für Kunden heute äußerst komplex. Sie können sich den Aufwand vorstellen, den es bereiten würde, mit 500 Lieferanten im Geschäft zu sein. Natürlich ist es einfacher, wenn es nur 20 sind – und besonders vorteilhaft ist es, wenn der Kunde von einem so bedeutenden Anbieter wie Merck nicht nur einen sehr großen Teil seiner Anforderungen erfüllt bekommt, sondern dazu noch Lösungen erhält.“