Schneller schalten unterdrückt Geisterbilder
Allerdings lässt sich die Wiederholrate von LC-Displays mit herkömmlichen Flüssigkristallen nicht beliebig steigern. Die Kristalle agieren im Bildschirm wie flächig aufgetragene, elektronisch gesteuerte Kippschalter, die das Licht, das von einer Quelle im Hintergrund ausgestrahlt wird, mehr oder weniger intensiv passieren lassen. Auf dem Display zeigen sich dadurch helle und dunkle Bildpunkte. Für jeden Schaltvorgang aber benötigen die Kristalle ein Minimum an Zeit. Ist diese zu lang , wird das neue Bild für den Bruchteil einer Sekunde vom alten überlagert. Experten sprechen hier auch vom „Ghosting“, also von einem „Geisterbilder-Effekt“.
Mit der PS-VA-Technologie hat Merck daher die nächste Technologie-Generation in der Bildschirmherstellung eingeläutet. Die Abkürzung steht für eine „Polymer-stabilisierte vertikale Orientierung“, die alle Kristalle in eine bestimmte Richtung vororientiert. Beim eigentlichen Schaltvorgang können sie dann schneller von der Vertikalen in die Horizontale kippen. Weitere Geschwindigkeitsgewinne erwarten die Experten von der „Blue Phase“-Technologie. Sie nutzt eine spezifische Phase bestimmter Flüssigkristalle, die ursprünglich nur in einem sehr kleinen Temperaturbereich von ein bis zwei Kelvin unterhalb der isotropen Phase auftritt. Den Merckschen Forschern ist es jedoch gelungen, diesen Phasenbereich durch gezielte Stabilisierung auf bis zu 70 Kelvin zu erweitern und damit für praktische Displayanwendungen nutzbar zu machen.
Beide Technologien könnten dazu beitragen, dass Zuschauer 3D-TV in Zukunft vielleicht sogar ganz ohne Brillen sehen können. Damit würden die Fußballstadien noch ein Stück näher an die Stammkneipe oder das eigene Sofa heranrücken.
| Die Geschichte des 3D-Films |
1922: Harry K. Fairall und Robert F. Elder drehen den ersten 3D-Langfilm im Anaglyphen-Verfahren für Rot-Grün-Brillen. 1936: Guido Brignone produziert mit „Nozze vagabonde“ den ersten 3D-Tonfilm. 1937: „Gartenschau in Dresden“ ist der erste Farb-3D-Film im Polarisationsverfahren. 1960: Mit „September Storm“ von Byron Haskin wird der erste CinemaScope-Film in 3D aufgeführt. 2003: Simon J. Smith vollendet den 16-minütigen 3D-Animationsfilm „Shrek 3D“. 2009: James Cameron bannt den „Avatar - Aufbruch nach Pandora " auf die Leinwand. Der 3D-Film zeigt eine Mischung aus realen und animierten Bildern und erhielt 2010 gleich drei Oscars: für „Art Direction“, „Cinematography“ und „Visual Effects“. |