
In-vitro-Fertilisation: Die rechtlichen und finanziellen Fragen sind von Land zu Land unterschiedlich gelöst
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Gesundheitliche Aufklärung tut not
Diese Zeit startete mit dem Design der Studie, die mit 64 Fragen online die Einstellung zum Kinderwunsch auf internationaler Ebene erforschen wollte. „Wir haben vor allem in sozialen Netzwerken und auf Webseiten, die sich mit Schwangerschaft beschäftigen, um Teilnahme gebeten“, beschreibt Bunting den Weg zu den am Ende über 10 000 Teilnehmern aus 18 Ländern.
Ein Ergebnis der Studie war, dass es sich bei Helen und Steve um ein ganz normales Paar handelte: „Weniger als die Hälfte der Befragten wussten, dass ein Paar dann als unfruchtbar gilt, wenn es ein Jahr lang ungewollt kinderlos bleibt“, fasst die Psychologin zusammen, „und ab einem Alter von über 35 Jahren verkürzt sich dieser Zeitraum gar auf ein halbes Jahr.“ Das sei nicht unbedingt eine Frage der Schulbildung, sondern hänge immer auch davon ab, wie gut das jeweilige Gesundheitssystem des betreffenden Landes Aufklärung betreibe. Unklarheit über eine Erstattung der Kosten für eine Behandlung der Unfruchtbarkeit führe ebenfalls dazu, dass dieses Thema auf die lange Bank geschoben werde: „Aber die ist eben nicht unendlich lang“, fügt Bunting mit Blick auf die biologische Uhr und auf die bei steigendem Alter der Eltern höheren Risiken einer Schwangerschaft hinzu.
Die Studie hat auch zum Teil überraschende Fakten zur gesellschaftlichen Bedeutung von Elternschaft zutage gefördert: „Die ist in Russland, Frankreich, Indien und Brasilien am stärksten und in Japan am geringsten ausgeprägt“, hat die Psychologin herausgefunden, um aber Zweifeln sofort zu begegnen: „Ja, auch wir haben uns über die Einstellung in Japan sehr gewundert. Professor Boivin wird nun vor Ort genau erkunden, ob das Gesagte wirklich das Gemeinte ist.“ Die Studie bietet auch Politikern jede Menge Lesestoff. Wirtschaftliche Sicherheit beispielsweise stehe auf der „internen Checkliste“ möglicher künftiger Eltern in Deutschland und Dänemark ganz oben, wenn sie ihren Kinderwunsch genauer prüfen. „Doch die Entscheidung für Kinder ist immer ganz individuell“, sagt Helen, die sich erst einmal ganztags der Erziehung von Nathan und Scarlet widmet: „Steve und ich jedenfalls sind froh, dass IVF uns zu Kindern verholfen hat, und genießen dieses Glück jeden Tag.“

Am 25. Juli 1978 wurde Louise Joy Brown aus Großbritannien als erstes außerhalb des Mutterleibes gezeugtes Kind geboren. Robert Edwards (links) und Patrick Steptoe (rechts) gelten als Entwickler der In-vitro-Fertilisation
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| IVF – der Umweg zum Wunschkind |
Bleibt ein Kinderwunsch unerfüllt, so kann In-vitro-Fertilisation (IVF) helfen. Hierfür gibt es verschiedene Methoden, die sich in einem Punkt gleichen: Die Befruchtung findet außerhalb des Körpers („in vitro“ – „im Glas“) statt. Der IVF geht zumeist eine medikamentöse Behandlung der Frau voran, durch die mehrere Eizellen gleichzeitig zum Reifen gebracht werden. Die Ovulation (Follikelsprung) wird ebenfalls hormonell ausgelöst und die reifen Eier werden anschließend entnommen, um sie extern mit dem Samen des Mannes zu befruchten. Zwei bis fünf Tage alte Keime (Blastozysten) werden dann in den Uterus der künftigen Mutter eingesetzt und führen im Erfolgsfall zu einer normalen Schwangerschaft.
Die rechtlichen und finanziellen Fragen rund um IVF sind von Land zu Land unterschiedlich gelöst. Louise Joy Brown aus Oldham bei Manchester in Großbritannien wurde am 25. Juli 1978 als erstes außerhalb des Mutterleibes gezeugtes Kind geboren. Robert G. Edwards, einer der beiden Forscher, die IVF entwickelten, erhielt hierfür 2010 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.
Merck Serono hat schon sehr früh diese Entwicklung durch Erforschung und Produktion entsprechender Hormone begleitet. |