Die Hälfte bricht vor der 5. Klasse ab

Das indische Bildungssystem ist riesig, aber es fehlen die Mittel, um alle einzubinden: Mehr als 500 Millionen Menschen sind unter 25 Jahre alt. Die Unterschiede zwischen Bundesländern, Stadt und Land, Geschlecht und den Kasten sind groß. In Kerala etwa gehen alle Kinder zur Schule, landesweit nehmen trotz allgemeiner Pflicht 30 Millionen Kinder nicht am Unterricht teil. Die Hälfte aller Schulkinder bricht vor der fünften Klasse ab. Schlecht bestellt ist es auch um die Berufsbildung: Nur zwei Prozent der 15- bis 29-Jährigen haben eine formale Ausbildung, weitere acht Prozent geben an, „etwas gelernt zu haben“.

Bis 2012 will die Regierung die Bildungsausgaben verfünffachen. Allein 6000 Schulen und 1500 Universitäten sollen entstehen, hoffnungsvolle Pläne. Immerhin: 2007 beendeten bereits knapp 13 Millionen Inder die Highschool – viermal so viele wie 15 Jahre zuvor.

Einige der indischen Institute gehören zu den weltbesten ihrer Fachrichtung: die 13 Technik- und Managementhochschulen, IITs und IIMs, das Indian Institute of Science, IISc, sowie die National Law School of India University. Sie bieten jedoch viel zu wenige Studienplätze.

Die Merck-Stiftung will verhindern, dass talentierte junge Leute aufgrund von Armut aufgeben müssen, und setzt auf das Unternehmensleitbild: “Wir wollen ein weltweit tätiges Unternehmen gestalten, das für die Menschen, für seine Marktpartner und seine Mitwelt Nutzen schafft.“ Junge Menschen erhalten mit der Berufsausbildung ihre individuelle Lebensperspektive. “Ich möchte so schnell wie möglich Geld verdienen“, sagt der künftige IT-Spezialist Omkar. Sein großer Wunsch ist es, seine Schwester bis zur Heirat selbst und ohne Hilfe seiner Verwandten zu unterstützen. Auch Alefiya will Verantwortung übernehmen und „Kindern und Erwachsenen mit Hör- und Sprachbehinderung helfen, die sich eine Behandlung sonst nicht leisten könnten“.

Ein weiterer Grund für die Einrichtung der Stiftung: „Merck braucht hervorragende Mitarbeiter“, sagt Dr. Marek Dziki. Um aus den Reihen der MICT-Studenten Nachwuchs zu rekrutieren, ist es noch zu früh. Derzeit sind alle 104 Stipendiaten in ihre Studien vertieft. „Sollte sich die Möglichkeit in Zukunft ergeben“, resümiert Dr. Dziki, „freuen wir uns auf die Bewerbungen und schauen gern, wer zu uns passt.“
Kinderhort
Grundschule 
Sekundarstufe I 
Obere/Senior 
Sekundarstufe
Kindergruppe,
Vorschulkinder
Klasse 1 – 5
(Alter 6 – 11 Jahre)
Klasse 6 bis 11 
(Alter 11 – 15 Jahre)
Klassen 11 und 12
(Alter 16 – 17)
Grundstudium
Bachelor
Postgraduate /
Master
Ph.D.
B.A./ B.Com./ B.Sc.

Dauer:
Geisteswissenschaften,
Wirtschaft 3 Jahre
M.A./ M.Com./ MSc.



M.Tech./ M.E. 1.5 - 3 years




3 – 4 years
11 Millionen Studenten sind an über 400 Hochschulen und 18 000 Colleges landesweit eingeschrieben – an der Universität Delhi allein 220 000

  • 550 Millionen Inder sind unter 25
  • 200 Millionen zwischen 6 und 14 Jahre alt
  • 30 Millionen gehen gar nicht zur Schule
  • 85 Millionen brechen die Schule bald nach Beginn wieder ab; Gründe: Lehrermangel, Armut
  • Von 250 Millionen Indern im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 29 absolvierten zwei Prozent eine anerkannte Berufsausbildung, weitere acht Prozent haben Praxiskenntnisse. Insgesamt sind also zehn Prozent beruflich vorgebildet.

    Zum Vergleich: Südkorea 96, Japan 80, Deutschland 75, Mexiko 28 Prozent.

    Quelle: National Knowledge Commission, Government of India, 2008
 
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