
Carl Krauch (stehend in der Mitte) im Kreise seiner Merck-Kollegen im Jahr 1886
© Merck
Im Wandel der Zeiten
Mit neuen technischen Möglichkeiten in den Laboren entwickeln sich auch die Standards weiter. „Veränderungen gibt es immer dann, wenn verfeinerte Analysetechniken auf den Markt kommen. Die meisten Techniken sind aber bereits 30 bis 50 Jahre alt. Die Grundprinzipien gelten also schon seit längerer Zeit“, erklärt Oliver Mell.
Beispiel Wasser: Heute gibt es drei Typen von Laborwasser: hochreines Wasser („ultrapure water“), reines Wasser („pure water“) und gereinigtes Wasser („purified water“). Sie unterscheiden sich in elektrischem Widerstand und Leitfähigkeit. „Ein Schub zu hochreinen Substanzen, vor allem Wasser und Säuren, kam aus der Elektronikindustrie, insbesondere der Chip-Herstellung“, hat Mell beobachtet. Aber auch in sämtlichen Labor- und Forschungsbereichen gehört reines Wasser zur elementaren Ausstattung. Denn die gleichbleibende Qualität bildet die Basis für Reproduzierbarkeit bei allen Laboranwendungen.
Analytik und damit reinstes Laborwasser wird heute überall benötigt: Es findet Anwendung in Forschung und Technik, aber auch in der Produktion – und dort ganz besonders in der prozessbegleitenden Analytik sowie der GMP-Produktion (GMP = Good Manufacturing Practice, dt. „Gute Herstellungspraxis“) . Denn kein Produkt verlässt heute die Firma, ohne nicht immer wieder qualitativ geprüft worden zu sein. Damit leistet Analytik – und die geht nur mit hochreinen Reagenzien wie hochreinem Wasser – einen essenziellen Beitrag für die Sicherheit der Verbraucher.
Lab Solutions von Merck Millipore
Jeder kontrolliert für sich
Eine übergeordnete Kontrollinstanz für den Reinheitsgrad von Analysereagenzien gibt es übrigens nicht. Wenn Firmen selbst ihr Wasser oder andere Substanzen herstellen und nicht fertig kaufen, sind sie auch selbst für die Qualität verantwortlich. „Bei auf Wasser basierenden Arzneimitteln übernimmt diese Überwachung natürlich jedes Unternehmen selbst“, so Oliver Mell. „Hierfür hat Carl Krauch Pionierarbeit geleistet und Standards gesetzt bezüglich der Reinheit für analytische Reagenzien – und die Unternehmen sollten sie seitdem in ihrer jeweils aktuellen Form umsetzen.“
Qualität und Zuverlässigkeit sind Leitsterne für Merck. Hausintern höchster Garant dafür ist bis heute die schon im Mai 1851 von Heinrich Emanuel Merck in einem Brief an einen Kunden niedergelegte Verpflichtung: „Ich garantire Ihnen stets die Reinheit meiner Präparate (...)“ Seitdem bietet Merck Substanzen in einer einzigartigen Qualität an – zur Sicherheit der Menschen ebenso wie für eine zuverlässige Forschung.
Millipore Lab Solutions |
Die Geschäftseinheit Lab Solutions der Sparte Merck Millipore beliefert eine Vielzahl unterschiedlicher Industrien mit Produkten für Laboratorien im Forschungs-, Analyse- und Klinikbereich. Sie erzielt etwa 40 Prozent der Gesamterlöse der Sparte und ist einer der führenden Anbieter von Laborchemikalien, Laborwassergeräten und Verbrauchsmaterialien.
Für die anorganische Chemie produziert Lab Solutions hochreine Reagenzien, darunter Salze, Säuren, Ätzalkalien und Puffer, aber auch Referenzmaterialien für die instrumentelle Analytik sowie Produkte für die anorganische Spurenanalyse. |