Bei Multipler Sklerose zerstören die körpereigenen Leukozyten das sogenannte Myelin, das die Nervenzellen isolierend umgibt und dabei hilft, Impulse schnell weiterzugeben. Je nach Zerstörungsgrad können Impulse nur noch langsam bis gar nicht mehr weitergeleitet werden
Bei Multipler Sklerose zerstören die körpereigenen Leukozyten das sogenannte Myelin, das die Nervenzellen isolierend umgibt und dabei hilft, Impulse schnell weiterzugeben. Je nach Zerstörungsgrad können Impulse nur noch langsam bis gar nicht mehr weitergeleitet werden
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Durch MS-Schwestern geringere Abbruchrate

Hinzu kommt, dass die Wirkung des Immunmodulators nicht sichtbar ist, er eher vorbeugend wie Zähneputzen wirkt. „Nicht so direkt wie eine Kopfschmerztablette“, so Miegel. Deshalb bricht ohne Betreuung durch MS-Schwestern in den ersten drei Monaten mehr als ein Viertel der Patienten die Therapie ab. Für einen langfristigen Erfolg braucht es aber eine dauerhafte und durchgängige Therapie. Dank der MS-Schwestern sank die Abbruchrate von 26 auf gut sechs Prozent. Sie motivieren, erklären, dass die MS zwischen den Schüben nur schläft, sich die Symptome je nach Schädigung des Myelins nicht zurückbilden und deshalb die Vermeidung eines Schubs so wichtig ist.

Melanie Dorner hält sich daran fest, dass ihr das Spritzen hilft. An Abbruch denkt sie nicht. „Der Injektor, diese elektronische Spritze, ist klasse, er gehört zu mir, so wie andere die Pille nehmen“, sagt sie. Doch einige Patienten haben große Angst, sich selbst zu spritzen. Dann muss Simone Miegel viel Mut machen, „engmaschig“ arbeiten, die Angehörigen einbeziehen. Dass alle ihre Patienten nach einem Jahr selbstbewusster sind, wieder Hoffnung haben und mit der MS offen umgehen, bestärkt sie bei ihrer Aufgabe. Schützling Melanie Dorner bringt es mit einer Botschaft an alle MS-Patienten auf den Punkt: „Kopf hoch! Es gibt Schlimmeres als MS.“