
Rohstoff der Displays: Die einzelnen Pixel der Dioden bestehen aus roten, grünen und blauen Punkten
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Chemie und Physik, Tests und Teamwork
In der Massenfertigung kommen OLED-Displays heute in mobilen Endgeräten bis zu einer Größe von sieben Zoll zum Einsatz. Für 30-Zoll-Fernsehbildschirme waren sie bereits als Prototyp zu sehen. Für die Serienproduktion eignen sich diese Displays aber noch nicht, da mit der Größe der Fläche die Schwierigkeit wächst, die Qualität der Schichten gleichmäßig hoch zu halten. „Unsere Aufgabe ist es daher“, erklärt Heider, „die Toleranzen im Produktionsprozess zu erweitern und OLED-Materialien zu entwickeln, die über große Temperaturbereiche hinweg stabile optische und elektrische Eigenschaften aufweisen.“
Einfache Lösungen sind dafür nicht in Sicht. Denn OLEDs sind komplexe Systeme, die ihre technischen Eigenschaften ändern, sobald sich die Chemie einzelner Schichten verändert. Computerprogramme aber, mit denen sich Variationen gezielt berechnen ließen, gibt es nicht. Denn die Physik, die sich im Inneren der Bauteile abspielt, ist im Detail meist gar nicht bekannt. Die Forscher im MRC stützen sich daher vor allem auf zwei Kernkompetenzen: Tests und Teamwork.
Dabei profitieren sie von der Möglichkeit, sich mit dem Umzug auf das Darmstädter Firmengelände die technologische Infrastruktur samt Personal mit anderen Geschäftsbereichen zu teilen. „Dadurch sind Ressourcen gewachsen und die Abläufe flexibler geworden“, sagt Heider. „Außerdem steht uns heute eine Ausstattung zur Verfügung, die dem neuesten Stand der Technik entspricht.“ Diese Tatsache kommt ihm auch bei der Betreuung seiner Kunden zugute. „Im Reinraum-Technikum können wir alle Produktionsschritte nachbilden. Wir können unsere Kunden daher nicht nur bei der Produktentwicklung, sondern auch bei der Prozessentwicklung begleiten.“
So ist es sehr wahrscheinlich, dass es in Gebäude F 61 bald neue Innovationen zu sehen gibt. Etwa OLED-Displays, die nicht mehr auf harte Glasplatten aufgedampft, sondern – wie Tinte auf Papier – auf rollbare und sehr leichte Folien aufgedruckt werden. Das Display könnte dann einer selbstleuchtenden Tapete weichen, die noch größeres Kino zu bieten hätte.