Effektive Hilfe mit fundierten Daten
Um effektiv Hilfe leisten zu können, plant Lester Chitsulo den Einsatz der Medikamente zusammen mit dem Datenspezialisten Alexei Mikhailov. Dabei wird beispielsweise evaluiert, welches Land gefährdete Gebiete aufweist, wo die Verbreitung von Bilharziose am größten ist und welche anderen Krankheiten immanent sind. Außerdem unterstützt er die Ansprechpartner in den Einsatzländern, gibt Antwort auf technische Fragen und leistet Unterstützung bei der Durchführung des Programms. Er reist auch regelmäßig in die Programm-Länder und informiert sich vor Ort über den Verlauf der Initiative.
Seit 32 Jahren ist Lester Chitsulo mit seiner Frau Chrissie verheiratet. Die vier gemeinsamen Kinder – zwei Söhne und zwei Töchter – hatten Glück, sie sind nicht an Bilharziose erkrankt. Wenngleich das Wissen um Ursache und Therapie dieser Krankheit gewachsen ist, so betrifft sie noch immer über 200 Millionen Menschen weltweit. Und in Gebieten, in denen die Krankheit verbreitet ist, leben rund 650 Millionen Menschen.
Lester Chitsulo sagt, dass Bilharziose eine Krankheit sei, die durch Armut hervorgerufen werde. Die medikamentöse Behandlung ist daher erst der Anfang. Parallel dazu müssen auch die Lebensbedingungen der Betroffenen verbessert werden. Nur wo es sauberes Wasser gibt, gedeihen keine Parasiten. Seine Kollegen und er haben beobachtet, dass die Bekämpfung der Bilharziose Fortschritte macht: „Wir können etwas bewegen. Das haben wir gemerkt.“ Und doch sei eine Welt ohne die Wurmerkrankung noch weit entfernt. Denn es gelte, den Kreislauf der Krankheit zu durchbrechen und Millionen von Menschen eine bessere Perspektive für die Zukunft zu geben. Das ist Motivation genug, um sich allmorgendlich in die Avenue Appia aufzumachen.

© WHO
Jedes Jahr sterben 200.000 bis 300.000 Menschen an Bilharziose. Betroffen sind vor allem Menschen in Entwicklungsländern