Fälschungssichere Tierohrmarke

Doch wie können Verbraucher und Behörden sicher sein, dass die Marken im Ohr nicht manipuliert werden? „Die Tierohrmarken bestehen aus dem Kunststoff TPU, einem thermoplastischen Polymer auf Urethanbasis. Die Informationen werden nicht an dessen Oberfläche, sondern in der Tiefe und daher kratzfest sowie unzerstörbar markiert. Solange nur Umwelteinflüsse wie Licht, Säuren, Laugen oder Wasser darauf wirken, bleibt die Markierung daher immer lesbar. Auch die Vergabe des Barcodes lässt sich nicht manipulieren, da der Barcode nachträglich nicht verändert werden kann“, weiß Corinna Ludwig.
Ihr Unternehmen hat mit den Micabs®-Pigmenten einen Weg gefunden, extrem schnell kontrastreiche und gestochen scharfe Markierungen in die Tierohrmarke zu lasern. Ein weiterer Vorteil liegt in der Robustheit von Micabs®. „Das Pigment ist resistent gegen UV-Strahlen und Gülle – und lässt sich schnell verarbeiten“, ergänzt Ludwig. Diese Pigmente sind eine geschickte Kombination aus unterschiedlichen Polymeren. „Es sind kleine Kügelchen in einer Polymermatrix, in der nach Laserbestrahlung eine direkte Reaktion erfolgt – eben die gewünschte Verfärbung.“ Und damit entstehen der sichtbare Barcode oder andere Kennzeichnungen auf der Marke.

Rotwein und Rind


Wenn das Rind schließlich als Rumpsteak beim Schlachter in der Auslage landet, hat die gelbe Plakette im Ohr ihren Sinn erfüllt. Öffnet der Genießer dazu einen schönen Rotwein, könnten ihm dabei erneut feine Lasermarkierungen begegnen. Denn die Möglichkeiten von Micabs® erstrecken sich bis hin zur Kennzeichnung moderner Weinkorken. Bei ihnen aber steht weniger die dokumentierende Funktion durch einen eingelaserten Code im Vordergrund als vielmehr das Dekorative. So kann auf dem Korken das Logo des Abfüllers, die Region, der Name des Winzers und die Weinsorte stehen. „Im Gegensatz zu Tierohrmarken, die für jedes Tier individuell gefertigt werden, geht es bei Korken um Serien“, macht Ludwig den Unterschied deutlich. Vollautomatisierte Hochgeschwindigkeits-Laserkennzeichnungssysteme können dabei Produktionsgeschwindigkeiten von bis zu 24 000 Korken pro Stunde erreichen.
Rotwein und Rind – das sind erst die Anfänge einer Markierungstechnik mit hohem Potenzial, die den Laser schon bald neben den üblichen Druckverfahren etablieren und womöglich sogar verdrängen wird: Laser statt Etiketten.

 

Micabs®-Pigmente machen Lasermarkierungen beispielsweise von modernen Weinkorken möglich
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Micabs®-Pigmente machen Lasermarkierungen beispielsweise von modernen Weinkorken möglich