Und doch verzeichnet Jähnke zwölf Jahre nach Einführung des Minilabs klare Erfolge. Weltweit sind heute über 300 Laboreinheiten in 65 Ländern vor allem in Afrika, Asien und Südamerika im Einsatz. Damit steigt auch die Akzeptanz in anderen Ländern. So spendete der GPHF im Oktober 2008 zwei Labors für Haiti und Burundi. Beide Länder zählen zu den ärmsten der Welt. In Burundi wurde die Spende mit der Ausbildung von pharmazeutisch-technischen Assistenten in einer eigens eingerichteten Schule verknüpft – und der Hoffnung, dass damit der Grundstock für ein staatliches Prüflabor gelegt wurde.

Fördern gefälschte Medikamente die Resistenz?

Andere Länder sind bereits wesentlich weiter. Sie testen nicht nur die Arzneimittel, sondern verfolgen auch die Fälscher. So wie in China und den südostasiatischen Ländern Kambodscha, Laos, Myanmar, Singapur, Thailand and Vietnam, die in einer konzertierten Aktion im Jahr 2008 gefälschte Medikamente im Wert von mehr als 6,6 Millionen US-Dollar feststellten und 27 Personen verhafteten. Auch die Behörden in Tansania und Uganda meldeten 2008 erste Erfolge. Sie beschlagnahmten hunderte von gefälschten Arzneimitteln, darunter zahlreiche Mittel gegen Malaria.

GPHF-Projektleiter Jähnke hofft, dass sich dieses Engagement verfestigt, um die Heilungschancen für die Menschen in diesen Ländern zu erhöhen. Aber auch, um alte Messdaten der Medizinwissenschaft mit neuen Erkenntnissen abzugleichen. Schließlich nehmen die Resistenzen gegenüber den gängigen Malariamitteln seit einigen Jahren in besorgniserregender Geschwindigkeit zu. Das zumindest geht aus den offiziellen Statistiken hervor. „Vielleicht sind diese Resistenzen aber nur auf die Zunahme gefälschter Medikamente zurückzuführen“, sagt Jähnke. „Sollte das der Fall sein, müssen wir in vielen Teilen der Gesundheitsvorsorge völlig umdenken.“

 

Dr. Richard Jähnke (l.)
© Merck
GPHF-Projektleiter Dr. Richard Jähnke (l.) koordiniert die Minilab-Schulungen