
Lebensmittel in den Tank: Der Aspekt, dass Nahrungsmittel für die Kraftstoffproduktion verarbeitet werden, wirft ethische Fragen auf. Mikroalgen könnten hier in Zukunft Abhilfe schaffen
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Zytometer misst das Potenzial
Für Biodiesel-Forscher sind diese Durchflusszytometer unverzichtbar. Die Apparate messen und analysieren die chemischen Eigenschaften von Zellen, also auch die von Mikroalgen. Dafür werden die wässrigen Proben mit einem fluoreszierenden Farbstoff versetzt und an einem Laserstrahl vorbeigeleitet, der die Farbstoffe optisch anregt und zum Leuchten bringt. Grünes Licht deutet auf Lipide, rotes Licht auf Chlorophyll A hin, aus dem die Lipide durch Fotosynthese noch entstehen können. Je heller beide Farben leuchten, desto mehr Kraftstoffpotenzial haben die Mikroalgen.
Mit der Entwicklung des „Guava“-Durchflusszytometers hat Merck Millipore diese Technologie auch für kleinere Labore zugänglich gemacht. Die Geräte passen auf einen Tisch und können daher direkt am Arbeitsplatz des Anwenders aufgestellt werden. Die Algenanalyse wird damit schnell und flexibel.

Das Durchflusszytometer "Guava" von Merck Millipore misst und analysiert die Eigenschaften der Mikroalgen und gibt Aufschluss über das Kraftstoffpotenzial der Wasserpflanzen
© Merck Millipore
Bis zur Massenproduktion des Algen-Diesels aber wird es noch einige Jahre dauern. „Mikroalgen gelten als der vielversprechendste Rohstoff für Biokraftstoffe”, so René H. Wijffels, Professor an der niederländischen Wageningen Universität, in einem Beitrag für die Fachzeitschrift „Science“ (Ausgabe vom 13. August 2010). Zwar werden die Pflanzen bislang nicht im großen Maßstab angebaut. „Die jüngsten Fortschritte, speziell auf den Gebieten der Systembiologie sowie der Gen- und Biotechnologie, lassen aber darauf hoffen, dass die Prozesse in den nächsten zehn bis 15 Jahren so weit entwickelt werden, dass sie nachhaltig und wirtschaftlich sind.“