Bilharziose: Wenn im Wasser der Wurm steckt

25.09.2009
Madagaskar fasziniert durch eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt und ist reich an Wasser. Doch im Nass lauern gefährliche Feinde: parasitäre Saugwürmer. Sie führen beim Menschen zur gefürchteten Bilharziose. Merck unterstützt den Kampf gegen die Parasiten – und bewahrt damit viele Kinder vor der schweren Krankheit.

 

200 Millionen Menschen sind weltweit mit Bilharziose infiziert
© Merck
Angesichts von über 200 Millionen infizierten Menschen stellt die Bilharziose nach wie vor ein wesentliches Problem für die öffentliche Gesundheit dar  
Vom „sechsten Kontinent“ spricht mancher Naturforscher, wenn er Madagaskar meint. Die südöstlich Afrikas im Indischen Ozean gelegene faszinierende Insel hat dank ihrer isolierten Lage eine ganz eigene Tier- und Pflanzenwelt hervorgebracht. Zoobesucher kennen Kattas, die kleinen Affen mit dem Streifenschwanz – nur eine von hunderten Arten. Das tropische Klima der Insel brachte reiches Leben hervor.
   
Es ist alles da, was es dafür braucht, vor allem aber das wichtigste Lebenselixier: „Madagaskar ist sehr reich an Wasser“, erzählt Dr. Jürgen Knackmuß, Leiter Public Affairs bei Merck in Darmstadt, der das Land besucht hat. „Wo man hinkommt, gibt es Süßwasser, viele stehende Gewässer. Und wo Wasser ist, leben die Menschen. Hier jedoch in einfachen Hütten ohne moderne Infrastruktur wie sanitäre Einrichtungen.“ Wasser bedeutet Leben, es erlaubt etwa, den sehr durstigen Reis anzubauen. Doch im Wasser lauert auch ein gefährlicher Feind, eine große Bedrohung, besonders für die Kinder.

Bis zu 300 000 Tote im Jahr  
  

Denn Wasser ist auch die Heimat der Schistosomen, parasitärer Saugwürmer, die eine Wasserschneckenart als Wirt nutzen – doch auch den Menschen. Als Verursacher der nach ihrem deutschen Entdecker, dem Tropenarzt Theodor Bilharz, „Bilharziose“ genannten Erkrankung bohren sich die Larven des Schmarotzers in die Haut badender oder watender Menschen. Sie wandern in die Pfortader, reifen heran und verbreiten sich im Körper, befallen neben der Leber auch Lunge, Gehirn und den Darm.
   
Das Opfer leidet an Fieber, Schwäche und Blutarmut, Kinder gedeihen schlecht. „Sie sind nicht nur sehr krank, sondern büßen auch viele Lebenschancen ein. Die Schule fällt wegen der Krankheit lange für sie aus oder sie sind zu schwach, dem Unterricht zu folgen. Viele infizieren sich wieder und wieder“, sagt Jürgen Knackmuß. In den südlich der Sahara gelegenen Teilen Afrikas fordert die Krankheit jährlich zwischen 200 000 und 300 000 Todesopfer. 
  
Infografik zur Übertragung von Bilharziose
© Merck
Übertragung von Bilharziose  
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Nach Madagaskar ist der Merck-Spezialist gereist, um etwas dagegen zu tun. Das Unternehmen unterstützt seit 2006 die globale Anti-Bilharziose-Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Zehn Jahre lang liefern die Darmstädter kostenfrei ihr Medikament „Cesol® 600“, dessen Wirkstoff Praziquantel den Parasiten häufig schon bei der ersten Einnahme bezwingt.
   
80 Millionen US-Dollar – gut 60 Millionen Euro – wäre der Marktwert der gespendeten 200 Millionen Tabletten. Sie werden im Merck-Werk in Mexiko City hergestellt. 27 Millionen Kinder können mit ihnen versorgt werden, über fünf Millionen haben sie bereits erhalten, getreu dem Plan, den die WHO aufgestellt hat: „Praziquantel ist die einzige verfügbare und wirksame Behandlung gegen alle Formen der Schistosomeninfektion, mit wenigen, nur vorübergehenden Nebenwirkungen“, erläutert Dr. Lester Chitsulo, der in der Genfer WHO-Zentrale für das Gebiet zuständig ist. „In den vergangenen 20 Jahren wurde es erfolgreich in Brasilien, Kambodscha, China, Ägypten, Marokko und Saudi-Arabien angewandt.“
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