Besonders der Verkauf über das Internet lässt den Handel mit Fälschungen wachsen
Besonders der Verkauf über das Internet lässt den Handel mit Fälschungen wachsen
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Aus dem Evidence Bag ins Labor

Die Wege vom Verdachtsfall bis zur Analyse in unseren Speziallaboren können sehr vielfältig sein, stellt Andreas Maack fest: „Hinweise kommen von der Polizei und vom Zoll, aber auch von Apotheken, Ärzten und den Patienten selbst; zudem stellen wir eigene Recherchen an oder bekommen Hinweise von anderen Firmen.“ Deshalb setzt die Konzernsicherheit maßgeblich auf die internationale Zusammenarbeit mit möglichst vielen Partnern: Zöllner in den USA werden beispielsweise ebenso geschult wie der eigene Vertrieb in verschiedenen Ländern.

„Kooperationen nach außen und nach innen sind für uns immens wichtig“, sagt dazu der ehemalige Kriminalbeamte Maack. Bei der Sensibilisierung der Partner für verdächtige Umstände, aber auch in der eigentlichen Fallabwicklung tritt die Merck Konzernsicherheit vor allem als Informations- und Fallmanager zwischen allen Beteiligten und den externen Partnern auf.

Merck arbeitet bei der Fälschungsbekämpfung aber nicht nur mit den Partnern aus Behörden und Medizin zuverlässig und vertrauensvoll zusammen, sondern ist auch in einem übergreifenden Netzwerk mit derzeit 25 anderen führenden forschenden Pharmakonzernen organisiert, die sich gegenseitig im globalen Kampf gegen die kriminellen Machenschaften der Medikamentenfälscher unterstützen.
Nur eines ist echt: Gefälschte Medikamente sehen oft genauso aus wie die Originale. Experten wie Margot Mack und Carolin Möltgen aus der Merck Serono Analytik wissen, woran sie zu erkennen sind. Die Pharma-Forscherinnen verfolgen die Spuren weltweit agierender Fälscherbanden
Nur eines ist echt: Gefälschte Medikamente sehen oft genauso aus wie die Originale. Experten wie Margot Mack und Carolin Möltgen aus der Merck Serono Analytik wissen, woran sie zu erkennen sind. Die Pharma-Forscherinnen verfolgen die Spuren weltweit agierender Fälscherbanden
© Merck  
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Grenzen gibt es bei den illegalen Arzneikopien kaum: „Gefälscht wird alles, womit die Kriminellen Geld verdienen können“, sagt Jens Schewitz. Entsprechend vielfältig sind die Analysemöglichkeiten der Merck-Detektive im Labor: Verpackungen und Medikamente werden hier beispielsweise auf Sicherheitsmerkmale überprüft, die bei der Herstellung angebracht worden sind. „Wir versuchen, einer Tablette beziehungsweise einem Produkt mit verschiedenen Methoden eine Art Fingerabdruck aus mehreren Merkmalen zu geben“, erläutert Sicherheitsexperte Maack.
Die Untersuchung der eigentlichen Medikamente geschieht in drei Labors, die zur Abteilung der Pharma Analytik Darmstadt gehören: Was in den eigens von der Konzernsicherheit für die Dokumentation einer lückenlosen Beweiskette entwickelten „Evidence Bags“ zur Analyse geschickt wird, wird mit einer Kombination aus Hochdruckflüssigkeitschromatografie und Massenspektrometrie beziehungsweise mit Nahinfrarotspektroskopie untersucht.

„Wir analysieren nicht nur, sondern liefern gleich eine Interpretation der Ergebnisse mit“, sagt Gerhard Keller. Der Chemielaborant arbeitet gerade mit dem Hochdruckflüssigkeitschromatografen und erläutert begeistert das Potenzial der Maschine: Durch Drücke von bis zu 1200 bar kann die Analyse bis zu zehnmal schneller erfolgen als mit herkömmlichen Chromatografen.
Nach wie vor braucht es aber viel Erfahrung, um den Proben ihr Geheimnis zu entlocken. Denn selbst mit moderner Analysetechnik ist die Jagd nach gefälschten Medikamenten echte Detektivarbeit – von der Ermittlung bis zur Laboranalyse. „Viele der bei uns bearbeiteten Fälle zeigen deutlich, dass uns auf Täterseite global agierende und gut organisierte kriminelle Strukturen gegenüberstehen – eine Herausforderung, der wir uns durch akribische Kriminalistik und effiziente interne Prozesse stellen“, resümiert Andreas Maack.
Besonders die Menschen in Afrika, Asien und Südamerika sind von gefälschten Medikamenten betroffen
Besonders die Menschen in Afrika, Asien und Südamerika sind von gefälschten Medikamenten betroffen
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Andreas Maack, Leiter Konzernsicherheit von Merck
Andreas Maack, Leiter Konzernsicherheit von Merck
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