Alles unter Kontrolle

02.03.2010
Von der Produktion hin zum Kunden legen Medikamente einen weiten Weg zurück. Das Qualitätsversprechen von Merck gründet daher nicht nur auf hochwertigen Rohstoffen und Produktionsverfahren, sondern auch auf einer lückenlosen Kontrolle der Vertriebskette. Wie und was an den einzelnen Stationen geprüft wird, lässt sich am Beispiel des Krebsmittels Erbitux® zeigen.

 

Beim Umgang mit Erbitux® ist besondere Vorsicht geboten
© Merck
Beim Umgang mit Erbitux® ist besondere Vorsicht geboten  

Erbitux® „lebt“


Erbitux® ist ein Medikament gegen Darmkrebs sowie Kopf- und Halskrebs, das Merck außerhalb von Nordamerika vermarktet. Die wässrige Lösung enthält den Wirkstoff Cetuximab, der Tumorzellen gezielt erkennen, sich an ihre Zelloberfläche heften und damit ihre Vernichtung einleiten kann. Als „monoklonaler Antikörper“ wird dieses Protein mithilfe biotechnologischer Verfahren aus einer einzigen Mutterzelle gewonnen. Bei Erbitux® handelt es sich daher um eine sensible, weil „lebende“ Substanz, die besonderer Hege und Pflege bedarf. Da Proteine empfindlich auf Schwankungen der Umgebungsbedingungen reagieren, müssen sie bei konstanten Temperaturen und Feuchtigkeitsverhältnissen verarbeitet, gelagert und transportiert werden.

Reiner Bioreaktor


Veränderungen der Nährlösung, des pH-Werts oder der Temperatur können die Qualität und Ausbeute des Wirkstoffs Cetuximab bereits bei der Herstellung mindern. Eine einzige bakterielle Verunreinigung im Bioreaktor würde sogar die gesamte Produktion ruinieren. Der gesamte Prozess unterliegt daher strengen Vorschriften.

Vials sind Glasampullen


Die wässrige Lösung Erbitux® wird in sterile Glasampullen, sogenannte „Vials“, abgefüllt, die je nach Größe 20, 50 oder 100 Milliliter fassen. Ihre Öffnungen werden mit einem Plastikstopfen verschlossen und durch eine Kappe zusätzlich mechanisch geschützt. Bevor die Vials die Produktion verlassen, werden sie einer Sichtkontrolle unterzogen. Dabei prüfen Merck-Mitarbeiter, ob die Flüssigkeit frei von eventuellen Verunreinigungen wie Haaren oder Plastiksplittern ist.

Versand nur durch „Qualified Persons“


Die Freigabe für den Versand darf nur durch eine „Qualified Person“ erfolgen. Diese „sachkundige Person“ ist für die Einhaltung sämtlicher arzneimittelrechtlicher Vorschriften verantwortlich, ihre Aufgaben sind im Arzneimittel-Gesetz beschrieben. Insbesondere wacht sie darüber, dass die einzelnen Arzneimittel-Chargen den Registrierungsvorschriften der Länder entsprechen, in die sie verschickt werden. Sind alle bisherigen Prozessschritte ordnungsgemäß verlaufen? Liegen die richtigen Beipackzettel bei? Und werden die Medikamente von einem autorisierten Hersteller verschickt? Alle diese Fragen muss die Qualified Person prüfen und bestätigen, bevor Merck die Arzneimittel in Verkehr bringen darf. Zwar zählt die Qualified Person zur Belegschaft von Merck und wird auch vom Unternehmen bezahlt. Doch sie haftet nach Vorgaben des Gesetzgebers für ihre Prüfungen persönlich, um Interessenskonflikte zu vermeiden.

Kühllager und Kühlkette


Damit das „lebende“ proteinhaltige Medikament keinen Schaden nimmt, muss Erbitux® auf dem Weg zum Patienten jederzeit strikt in einem Temperaturbereich zwischen zwei und acht Grad Celsius gehalten werden. Die Kühlhäuser, die Merck für die Zwischenlagerung betreibt, genügen daher höchsten Anforderungen. So sichern Notstromaggregate die Kühlung auch bei Stromausfall. Darüber hinaus sind die Gebäude so gebaut und gedämmt, dass sie die Temperatur selbst ohne Kühlung mindestens zwei Stunden lang halten können. Zudem befinden sich alle Verantwortlichen, vom Schichtleiter über das Facility Management bis zur Werksfeuerwehr, rund um die Uhr in Bereitschaft, um Störungen unverzüglich zu beheben.
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