Lebensnotwendiger Pikser

Die Folge ist nicht selten, dass Patienten mit Spritzenangst ihre Therapie zu unregelmäßig fortführen oder gar abbrechen. Menschen, denen beispielsweise Thrombosemittel gespritzt werden muss, Diabetiker, die meist sogar mehrmals täglich ihr Insulin brauchen, Patienten, die an Multipler Sklerose leiden, oder Kinder, deren Wachstum gehemmt ist – sie alle sind auf die Injektion ihrer Medikamente angewiesen. Für sie kann die Angst zum Teufelskreis werden, der meist nur mit einer Psychotherapie aufgebrochen werden kann. Der Erfolg vieler Medikamente nämlich ist abhängig von der Therapietreue, auch „Compliance“ genannt. Werden die Patienten jedoch durch psychologische Probleme wie eine massive oder auch nur leichte Spritzenangst beeinflusst, wirkt sich das oft negativ auf die Regelmäßigkeit der Medikamenteninjektion aus. Vom bewussten Vergessen bis hin zur totalen Verweigerung reicht das Spektrum der Folgen.
Gerade bei Kindern sind schlechte Erfahrungen Ursache für Spritzenangst. Injektionshilfen wie der easypod™ schaffen Abhilfe
© Merck
Gerade bei Kindern sind schlechte Erfahrungen Ursache für Spritzenangst. Injektionshilfen wie der easypod™ schaffen Abhilfe  
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Patienten mit sanften Mitteln zur Therapietreue zu motivieren, ist die Grundidee der neuartigen Injektionshilfen von Merck Serono, bei denen die Nadel nicht zu sehen und kaum zu spüren ist. Mit der seit 2007 erfolgreichen Erfindung easypod™ konnte so vor allem Kindern die Therapie mit ihrem Wachstumshormone enthaltenden Medikamenten erleichtert werden. Und die im Juni erfolgte Markteinführung des RebiSmart™ ist zukunftsweisend für Patienten mit Multipler Sklerose. Der easypod™ wurde extra für die Bedürfnisse von Kindern entwickelt, die bislang Auto-Injektoren benutzten, und zeichnet sich durch einfache Bedienbarkeit und Injektionskomfort aus. Denn gerade bei Kindern sei eine schlechte Erfahrung Ursache für eine Spritzenangst, erklärt Laura Ritthaler. „Ich habe keine Angst vor der Nadel mehr, weil sie versteckt ist“, erzählt ein kleiner Patient, der mit Hilfe seines easypod™ ein gehöriges Stück wachsen soll. Er ist einer von 37 Patienten, die an einer kleinen Studie in Schweden teilnahmen – mit überragendem Ergebnis: 29 von den 34 Patienten, die die Studie beendeten, bevorzugten den easypod™ aufgrund seiner einfachen Bedienung und seiner Zuverlässigkeit. Diverse Auszeichnungen, unter anderem 2007 den Preis für Produktdesign des International Forum Design, konnte der easypod™ bereits einheimsen. Ein Erfolgsrezept für Ärzte und Patienten gleichermaßen also, dessen Idee nun auf den RebiSmart™ übertragen wurde.
Gerade für Patienten, bei denen Multiple Sklerose diagnostiziert wurde, ist die Therapie mittels RebiSmart™ ein Segen. Denn neben der ohnehin lebensverändernden Diagnose MS ist der Gedanke, sich von nun an ständig selbst spritzen zu müssen, für viele ein Graus. Mit dem neuem Hightech-Gerät aber wird die Therapie zum Spaziergang. Eine Spritzenphobie freilich kann auch damit nicht kuriert werden. Aber die Angst vor Nadeln und Spritzen und vor dem Kontrollverlust wird minimiert. Die Patienten können die Injektionseinstellungen des Geräts komplett an ihre Bedürfnisse anpassen. Ein kleiner Knopfdruck genügt, und schon ist der Angst machende Spuk vorbei. Noch nicht mal ein Pikser und dann ist es vorbei. Für Marie Humble heißt es abwarten. Drei Monate bleiben ihr noch bis zur Entbindung, die will sie irgendwie überstehen. Vor dem nächsten Kind aber, erklärt sie tapfer, wird sie eine Therapie absolvieren.

 

2007 erhielt der easypod™ den Preis für Produktdesign des International Forum Design
© Merck
2007 erhielt der easypod™ den Preis für Produktdesign des International Forum Design