Qualitätskontrolle bis zum Zapfhahn
Die Rohstoffe Gerste, Hopfen und Wasser prüft der Hersteller Plzeňský Prazdroj in eigenen Labors ebenso wie bei jedem einzelnen Herstellungsschritt das Produkt selbst. Doch die Brauer fühlen sich darüber hinaus für den einzigartigen Geschmack ihrer Biere wie Pilsner Urquell und Gambrinus bis zum Zapfhahn verantwortlich. Hierzu kontrollieren Mitarbeiter des Unternehmens regelmäßig die Sauberkeit der Zapfanlagen, damit der Gast die ausgeschenkten Biere in vollem Umfang genießen kann. „Die Brauerei nutzt hierfür von uns entwickelte HY-LiTE-Geräte“, erläutert Mirka Řehořová von Merck in Tschechien. Dieses Luminometer analysiert den Gehalt von ATP (Adenosintriphosphat) einer Probe. ATP als der Energieträger aller biologischen Zellen ist ein stabiles Molekül und damit bestens geeignet, die Anwesenheit von biologischem Material in einer Probe anzuzeigen.
Zum Nachweis von ATP wird das Konzept der Biolumineszenz genutzt, mit dem beispielsweise auch Glühwürmchen Licht erzeugen. Bei der enzymkatalysierten Reaktion von ATP wird Energie freigesetzt und als Licht abgestrahlt. Dessen Stärke misst ein Detektor in „Relativen Lichteinheiten“ (RLU), die wiederum mit dem biologischen Zellgehalt der Probe in Zusammenhang stehen. „Die Interpretation dieser Werte setzt eine gewisse Erfahrung voraus“, erläutert die Chemikerin, „denn sie muss die je nach Biersorte unterschiedlichen ATP-Basisgehalte berücksichtigen, die von Natur aus in der jeweiligen Sorte bereits enthalten sind.“
Der Brauerei geht es bei dieser Prüfung ausschließlich um die Kontrolle der Hygiene, da diese bereits beeinträchtigt oder gar bedenklich sein kann, bevor die sensorische Qualität sich ändert. Der Vorteil der HY-LiTE Methode liegt darin, dass sich diese hygienischen Beeinträchtigungen in kürzester Zeit – innerhalb von fünf Minuten – eindeutig nachweisen lassen. Dies ermöglicht den Bierherstellern und den ausschenkenden Gaststätten die unverzügliche Einleitung geeigneter Maßnahmen, um ihren Kunden eine gleichbleibend hohe Bierqualität zu bieten.
| Die Brauerei Plzeňský Prazdroj in Pilsen |
| Die Brauerei Plzeňský Prazdroj in Pilsen gehört heute zum südafrikanischen Konzern SABMiller. Seit 1842 wird auf dem immer wieder erweiterten Firmengelände in Pilsen nach den jeweils fortschrittlichsten Methoden Bier gebraut, im vorigen Jahr über 10,5 Millionen Hektoliter. Mehr als 200 000 Besucher aus aller Welt informieren sich jedes Jahr in mehrsprachigen Führungen über Geschichte und Herstellung des Pilsner Urquells. Die Brauerei-Gaststätte („Na Spilce“) auf dem Gelände bietet neben den weltweit erhältlichen Sorten auch nicht pasteurisierte Biere an, wozu die deftige tschechische Küche gut schmeckt. Sehenswert ist zudem das Brauereimuseum im Zentrum von Pilsen, der europäischen Kulturhauptstadt des Jahres 2015. |