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Bei Rauchvergiftungen ist schnelle Hilfe gefragt. Cyanokit ist die ideale Erstversorgung nach einer Rauchgasinhalation
Herr Warmbier, ist Cyanokit® immer mit dabei, wenn die Werkfeuerwehr Merck ausrückt?
Auf jeden Fall. Wir haben unsere Rettungswagen sofort nach der Markteinführung des Arzneimittels in Deutschland mit Cyanokit® ausgestattet. Und weil bei der Werkfeuerwehr immer ein Rettungswagen im Löschzug mitfährt, ist das Antidot bei jedem Einsatz verfügbar. Die Merck-Werkfeuerwehr ist hier Vorreiter gewesen, mittlerweile sind uns viele andere Rettungsdienste gefolgt – gerade erst habe ich Cyanokit® an unsere Rettungswagen übergeben.
Wer behandelt bei einem Einsatz den Patienten?
Anwenden darf Cyanokit® im Fall unserer Werkfeuerwehr das speziell geschulte Werkfeuerwehrpersonal. Mit ihrer Zusatzqualifikation zum Rettungsassistenten dürfen die Feuerwehrleute der Werkfeuerwehr von Merck in Notfällen zuvor festgelegte Medikamente verabreichen. Auf diese Weise kann auch Cyanokit® extrem schnell angewendet werden. Solche Regelungen sind sinnvoll, weil gerade bei Bränden die Feuerwehr oft früher am Einsatzort ist als der Rettungsdienst.
Ist diese schnelle Gabe des Medikaments ein kritischer Faktor?
Cyanokit® ist ein Notfallmedikament der ersten Wahl bei allen Formen von Cyanidvergiftungen, die auch durch das Einatmen von Rauchgasen entstehen können. Nur die sofortige Einleitung der Notfalltherapie am Unglücksort innerhalb der ersten Minuten nach der Rettung bietet dem Brandopfer eine Überlebenschance. Rauchgasvergiftungen sind zum Glück im Vergleich zu anderen Einsätzen des Rettungsdienstes nicht sehr häufig. Trotzdem sollte das Antidot grundsätzlich auf Rettungswagen und Notarzt-Einsatzfahrzeugen verfügbar sein.
Lässt sich Cyanokit® auch in anderen Fällen als einer Rauchgasvergiftung einsetzen?
Natürlich, ein wichtiger Bereich ist zum Beispiel die Industrie: Überall, wo Cyanide als Ausgangsstoffe oder Zwischenprodukte auftreten können, sollten Werksärzte das Mittel zur Sicherheit vorrätig halten. Aber auch bei anderen Formen der Vergiftung mit Cyanid kann das Produkt gut eingesetzt werden. Hier reichen die Szenarien von der Vergiftung im Haushalt bis hin zu Großschadenslagen, die beispielsweise bei einem Transportunfall auf der Schiene mit großen Gebinden auftreten können. Auch durch einen Anschlag könnte es theoretisch zur Freisetzung großer Mengen von Cyanid kommen. Das wäre ebenso ein Fall für den Einsatz von Cyanokit®. Über das Transport-Unfall-Informationssystem (TUIS) steht die Werkfeuerwehr in solchen Fällen anderen Hilfsorganisationen mit Rat und praktischer Hilfe zur Seite.