Gefährliche Fälschungen
Der wachsende Bedarf an Lösungen für den Markenschutz durch Bedrucken oder Einfärben ist die Kehrseite der weltweiten Konjunktur von Produktpiraterie: Verbände wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die International AntiCounterfeiting Coalition (IACC) und die Internationale Handelskammer (ICC) schätzen, dass mittlerweile knapp zehn Prozent aller weltweit verkauften Medikamente gefälscht sind – und sogar fünf bis sieben Prozent des gesamten internationalen Handels von gefälschten oder verfälschten Produkten betroffen sind.
Die Schäden, die von der Produktpiraterie ausgehen, sind immens. Das betrifft nicht allein den wirtschaftlichen Schaden für Hersteller und Handel, sondern auch Gesundheitsrisiken für Verbraucher: Gefälschte Medikamente sind dabei genauso gefährlich wie minderwertige Nachahmungen von Ersatzteilen für Flugzeuge oder Autos. Mittelfristig leidet durch Produktfälschungen auch der Ruf einer Marke, und das Vertrauen der Kunden sinkt. Das alles sind starke Argumente für den Einsatz innovativer Methoden zur Kennzeichnung der echten Artikel.
Securalic® sei deshalb nicht nur eine Marke mit verschiedenen Produkten und Techniken, sondern auch eine Philosophie, erklärt Peter Clauter, denn es gelte, den Produktpiraten mit neuen Lösungen immer einen Schritt vorauszubleiben. Dazu zählt auch die intelligente Kombination vieler verschiedener Schutzmechanismen für eine unverwechselbare und extrem schwer zu fälschende Kennzeichnung eines bestimmten Produktes.
Clauter nimmt eine Medikamentenverpackung in die Hand, auf der ein in intensiven Perlglanzfarben mit verschiedenen Grüntönen gedrucktes Ahornblatt und der fiktive Arzneiname „Esan“ zu sehen sind. Die Packung dient Merck als Demonstrationsobjekt dafür, was Securalic® leisten kann: Die eingesetzten Methoden reichen vom gedruckten Muster aus kleinen Ahornblättern, das als Perlglanzeffekt zu sehen ist, bis zum „Taggant“ für die Detektion durch den 20 Milliwatt starken Infrarot-Laserpointer.

Warenwerte der vom deutschen Zoll im Jahr 2009 beschlagnahmten Produktfälschungen
© Merck
Produktschutz für unterschiedliche Zielgruppen
Nicht alle Merkmale richten sich dabei an dieselbe Zielgruppe: Während der Endverbraucher auf Kennzeichen angewiesen ist, die er mit bloßem Auge sieht, suchen Zoll und andere Fachleute nach weniger auffälligen Hinweisen der Echtheit. Produktschützer unterscheiden die verschiedenen Markierungen denn auch nach „offen“, „verdeckt“ und „forensisch“: Zu offenen Kennzeichen gehören Wasserzeichen, Interferenzen und Farbwechsel durch Spezialpigmente. Verdeckte Sicherheitsmerkmale sind zum Beispiel Beimischungen von „Taggants“, die sich mit kleinen Hilfsmitteln wie beispielsweise einem IR-Laserpointer erspüren lassen. Und forensische Merkmale lassen sich nur mit spezieller Laborausrüstung entdecken – sie werden zur Kennzeichnung besonders sensibler Produkte eingesetzt. Für alle diese Stufen der Produktabsicherung bietet Merck mit Securalic® ein Gesamtkonzept an.
Der Einsatz von Hochtechnologie ist aber nicht der einzige Weg, mit dem die Produktschützer den Piraten das Leben schwer machen. Dazu gehöre auch eine sichere und gut dokumentierte Logistik, erklärt Peter Clauter. Merck liefert Securalic®-Produkte nur fertig konfektioniert an zertifizierte Kunden – zum Beispiel Druckfarbenhersteller – aus. Aber auch ausgeklügelte Taktiken beim Einsatz der Sicherheitspigmente erhöhen die Schutzwirkung: Statt Produkte großflächig zu bedrucken oder einzufärben, können die Merkmale gezielt an einzelnen Stellen platziert werden – am besten so, dass sie sich unauffällig in das vorhandene Design einfügen und nicht sofort als Sicherheitsmerkmal erkennbar sind.
Peter Clauter vergleicht das fertige Sicherheitskonzept für ein bestimmtes Produkt mit einem Puzzle aus vielen Teilen aus dem Securalic®-Baukasten: „Und wenn auch nur ein einziges Puzzleteil nicht stimmt, ist der Artikel verdächtig“, sagt Clauter. Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von Securalic® werden dazu führen, dass die Sicherheitspigmente künftig in vielen neuen Anwendungen eingesetzt werden, sagt der Fachmann voraus. Denn, so fasst Clauter zusammen, „die Nachfrage nach innovativen Lösungen für den Produktschutz ist groß und wächst weiter.“