
Im Forschungs- und Entwicklungszentrum der Sparte Consumer Health Care überprüfen Viktoria Gladkova und Doris Geißler Proben des rezeptfreien Schnupfenmittels Nasivin®
© Merck
Innovation gegen den Schnupfen
Am Anfang stand die Entdeckung des neuen Wirkstoffs: Das von den Merck-Mitarbeitern Wolfgang Fruhstorfer und Helmut Müller-Calgan synthetisierte Oxymetazolin beeindruckte durch seine schnelle Hilfe bei einer vom Schnupfen verstopften Nase. Der Wirkstoff verengt die kleinen Gefäße der Nasenschleimhaut, lässt diese abschwellen und sorgt so für eine freiere Atmung.
Kontinuierliche Forschung zu Nasivin® in den Jahren nach dem Marktstart der Nasentropfen haben die Wirksamkeit weiter belegt. So hat OMZ offenbar nicht nur eine abschwellende Wirkung, sondern hemmt auch Entzündungen und bekämpft die den Schnupfen auslösenden Rhinoviren. Die Forschungen haben mittlerweile zu einer sehr guten Studienlage zu Nasivin® geführt, sagt Katja Baumeister. Das war auch ein Grund dafür, dass Nasivin® 2005 in Deutschland als einziges Schnupfenmittel zur Behandlung der akuten Rhinitis zugelassen wurde.
Nasivin®, das 2009 vom Bundesverband Deutscher Apotheker zum „Arzneimittel des Jahres“ gewählt wurde, hat derzeit in Deutschland drei Indikationen: Neben dem akuten Schnupfen (Rhinitis acuta) kann es auch gegen den allergischen Schnupfen (Rhinitis allergica) und gegen den anfallweise auftretenden Fließschnupfen (Rhinitis vasomotorica) eingesetzt werden. Dazu kommt die Verwendung zur diagnostischen Schleimhautabschwellung, zur Erleichterung des Sekretabflusses bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen und bei Tubenkatarrh in Verbindung mit Schnupfen.
50 Jahre bunte Nasivin®-Welt
Ein halbes Jahrhundert Nasivin®, das bedeutet auch 50 Jahre Werbung für die Produktfamilie. Die Beispiele im Unternehmensarchiv von Merck erzählen die Geschichte des Schnupfenmittels aus der Perspektive der öffentlichen Wahrnehmung.
Ganz am Anfang standen dabei sogar fast wissenschaftlich anmutende Motive wie jenes Strichmännchen, das in den 1960er-Jahren aus der Molekülstruktur des Wirkstoffs Oxymetazolin hergeleitet wurde. Vor allem Kampagnen wie jene mit dem Slogan „Er hat Schnupfen. Er hat Nasivin®“ und das Nasivin®-Männchen prägten die Werbedarstellung der Nasentropfen und des Sprays.
Neue Darreichungsformen und neue Märkte haben in der Werbung zu einer großen Vielfalt geführt. Heute gibt es Werbefilme wie jenen für den indischen Markt, in dem ein junger Manager trotz verschnupfter Nase seine Präsentation durchziehen kann, weil ihm die stets mitdenkende Frau Mama ein Fläschchen Nasivion® ins Reisegepäck gelegt hat. Und in einem anderen Spot tritt ein Musiker auf, der mit seiner Band einen MTV-Musicaward gewonnen hat, sagt Irene König.
Und was ist mit dem frechen Sticker von 1985? Darüber wird sich die NASA wohl kaum geärgert haben. Schließlich packte die NASA schon 1969 ihren Astronauten Oxymetazolin mit in die Bordapotheke.