Kratzfeste Autolacke

Auch in den Werkstoffwissenschaften spielt die Nanotechnologie eine immer wichtigere Rolle. Denn Teilchen, die nur noch zwischen einem und 100 Nanometer messen, entwickeln häufig optische, mechanische und chemische Eigenschaften, die sie in makroskopischen Größenordnungen nicht aufweisen. So können Nanopartikel die Kratzfestigkeit von Autolacken erhöhen und in Verbundwerkstoffen die Ausbreitung von Rissen erschweren. „Auf diese Weise können wir eine höhere Stabilität bei gleichem Materialeinsatz erreichen“, erklärt der Materialfachmann Manfred Weigand. „Vor allem für Kunststoffkomposite in der Leichtbauweise von Flugzeugen gilt dieser Ansatz als äußerst vielversprechend.“
   
Die schonendste Art, Nanoteilchen herzustellen, besteht darin, sie Schicht für Schicht aus einem Kern heraus zu züchten und das Wachstum bei Erreichen der Zielgröße zu unterbrechen. Umgekehrt lassen sich die Partikel aber auch aus grobem Material -- wie Mehl aus Korn in einer Getreidemühle -- mahlen. In diesem Fall neigen die Winzlinge jedoch dazu, zu verklumpen, und verlieren damit die gewünschten Eigenschaften. „Die Kunst liegt weniger darin, Nanoteilchen zu produzieren, sondern sie dauerhaft zu stabilisieren und zu verhindern, dass sie wieder zu größeren Kristallen oder Klumpen anwachsen“, sagt Pharmaexperte Markus Weigandt. „Von dieser Kernkompetenz, die Merck aus der Chemiesparte mitbringt, profitieren wir auch im Pharmabereich.“
Extrem kratzfest: Klavierlacke der Zukunft halten dank Nanotechnologie extremen Belastungen stand
© Merck
Extrem kratzfest: Klavierlacke der Zukunft halten dank Nanotechnologie extremen Belastungen stand