Bei Multipler Sklerose handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Impulse können von den Nervenzellen nur noch verlangsamt oder gar nicht mehr weitergegeben werden. Die Ursachen für die Krankheit sind bislang unbekannt
Bei Multipler Sklerose handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Impulse können von den Nervenzellen nur noch verlangsamt oder gar nicht mehr weitergegeben werden. Die Ursachen für die Krankheit sind bislang unbekannt
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Hat sie es besser?

Dann zeigte sich, dass sie mehr Flexibilität brauchte, denn vor allem die Müdigkeit hält sich nicht an reguläre Arbeitszeiten. Nun hat sie reduziert auf 30 Stunden und arbeitet jetzt in der Verwaltung. Dazu gehört auch, dass sie gemeinsam mit ihren Vorgesetzten ein Gleitzeitmodell entwickelt hat. So muss sie nur einmal in der Woche Spätdienst machen und kann sich ihre Arbeitszeit so einteilen, dass sie am leistungsfähigsten ist.

Sie empfindet dieses Modell als „kleine Extrawurst“. Denn auch wenn sie sonst keine zusätzlichen Pausen hat und wahrgenommen wird wie jede andere Kollegin, so hört sie schon mal einen Seufzer: „Du hast es gut!“ Richtiger Neid aber sei das nicht, betont sie, denn alle Kollegen seien sehr hilfsbereit – und schleppen auch ihre schweren Kartons. Um Hilfe zu bitten, auch das gehörte zu ihrem Lernprogramm. Mittlerweile macht ihr das nichts mehr aus. „Ich will mich nicht überfordern. Da muss ich mir helfen lassen. Und wenn man einmal über diese Hürde gesprungen ist, fühlt man sich besser und sieht, dass es geht. Das ist schließlich keine Schwäche!“

Hanne Schultz befindet sich damit im Einklang mit Multiple-Sklerose-Experten, die betonen, wie wichtig es sei, sich nicht zu überfordern und die eigenen Grenzen kennenzulernen und zu respektieren. Eine Tageseinteilung mit Ruhepausen gehört ebenso dazu wie moderate körperliche Bewegung. Das „Wohlfühlprogramm“ von Hanne Schultz besteht aus regelmäßigen Massagen und Physiotherapie. Außerdem meditiert sie und geht gern spazieren.

„Ich bin ein Bewegungsmensch“, sagt sie, „ich fahre auch gern Fahrrad. Zudem versuche ich, möglichst immer Treppen zu steigen und im Garten zu arbeiten. Ich freue mich, dass ich in Bewegung bin!“ Dabei strahlen ihre braunen Augen. Und zum Abschied sagt sie noch einen Satz, der auch anderen Betroffenen Hoffnung machen kann: „Meine MS und ich – wir beide leben jetzt ganz gut zusammen. Ich freue mich, dass es mir so gut geht. Ich möchte mir mein Leben nicht verderben lassen, ich habe nur das eine. Und das möchte ich genießen!“