„Möglich, dass wir eines Tages ganz ohne Chemotherapie auskommen.“

Dr. Oliver Kisker, Leiter der Global Clinical Development Unit in der Onkologie bei Merck, über die Zukunft der Tumor-Therapie.

Welche Bedeutung hat der neue Test für die Tumorforschung?

Es ist ein erster Schritt hin zu einer maßgeschneiderten Therapie. Inzwischen fangen wir bei der Erforschung neuer Wirkstoffe schon viel früher an, nach solchen individuellen Unterschieden zu suchen. Wir werden sicherlich immer mehr solcher Parameter finden, die den Erfolg einer Therapie vorhersagen.

Wie könnte die Krebstherapie der Zukunft aussehen?

Meine Vision sind Substanzen, die ganz speziell und nur bei wenigen Patienten wirken. Eines Tages wird man vielleicht mit einem Chip und einem Tropfen Blut sofort sehr viele genetische Merkmale eines Patienten auf einmal untersuchen können. Bis dahin werden allerdings wahrscheinlich noch Jahrzehnte vergehen – wir müssen erst die zugrunde liegende Biologie viel besser verstehen.

Kann man denn die Erforschung eines Wirkstoffes finanzieren, der nur bei wenigen Patienten wirkt?

Das wird ein Problem sein, über das man sich Gedanken machen muss. Doch je spezifischer ein Medikament wirkt, desto weniger Patienten benötigt man, um die Wirkung nachzuweisen. Dadurch würden die Kosten der klinischen Forschung wiederum sinken.

Wird man Krebs eines Tages ohne die schweren Nebenwirkungen therapieren können?

Die neuen, gezielten Wirkstoffe haben viel weniger Nebenwirkungen. Und ich halte es für möglich, dass wir eines Tages ganz ohne Chemotherapie auskommen können.
Dr. Oliver Kisker, Leiter der Global Clinical Development Unit in der Onkologie bei Merck: "Ich halte es für möglich, dass wir eines Tages ganz ohne Chemotherapie auskommen könnten."
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Dr. Oliver Kisker, Leiter der Global Clinical Development Unit in der Onkologie bei Merck: "Ich halte es für möglich, dass wir eines Tages ganz ohne Chemotherapie auskommen könnten."