Zusammenarbeit mit Kassen und Ärzten

Das Projekt Thyromobil arbeitet mit der Krankenkasse „Barmer“ zusammen, die ebenfalls vom Nutzen einer Früherkennung überzeugt ist. „Die Untersuchungen vor Ort“, ergänzt Schintag, „nehmen qualifizierte ortsansässige Ärzte vor.“ Etwa 45000 Patienten wurden auf diese Weise seit 1993 schon untersucht. Weltweit, denn die Thyromobile waren seitdem auf fünf Kontinenten und in mehr als 35 Ländern unterwegs.
Besonders in exotischen Regionen hat das Fahrzeug einen unschlagbaren Vorteil, wie Schintag weiß: „Wir erreichen damit vor allem Kinder, aber auch Erwachsene in Gebieten,  die sehr entlegen sind.“ Diese Vorsorge erkennt auch die WHO an, der Merck eines der etwa 80000 Euro teuren Thyromobile für den Einsatz in Afrika spendete.
Während unseres Gespräches reißt die Schlange im Innenhof der Bezirksregierung Köln nicht ab. Dr. Joachim Schwab, der Abteilungsleiter, kommt nach seiner Untersuchung gerade mit seinem Bericht aus dem Wagen: „Natürlich tut es nicht weh und man hat danach ein sicheres Gefühl!“ Er selbst kann da ganz beruhigt sein. Das Ultraschallbild zeigt weder Jodmangel noch irgendwelche Auffälligkeiten seiner Schilddrüse. „Doch in beinahe jedem zweiten Fall finden wir etwas“, sagt Christian Schintag, der durch „sein“ Thyromobil etwa 7200 Probanden im Jahr schleust.
So werden jodmangelbedingte Schilddrüsenkrankheiten schon in einem frühen Stadium entdeckt. „Zusammen mit der Barmer wollen wir mit dem Thyromobil einen Beitrag dazu leisten, dass die Patienten aufgeklärt sind und Eigeninitiative ergreifen, bevor eine Erkrankung chronisch wird“, erläutert Schintag weiter. Nur so ließen sich die heute jährlich rund 100000 Schilddrüsenoperationen als Folge von Jodmangel reduzieren.
Deshalb touren die Thyromobile weltweit und treffen überall auf jene Begeisterung, mit der Dr. Joachim Schwab seine eigene Untersuchung kommentiert: „Professionelle Befunderhebung und kompetente Beratung – im Thyromobil habe ich mich genauso gut aufgehoben gefühlt wie in einer ärztlichen Praxis!“
Weltweit im Einsatz: Die Thyromobile waren bereits auf fünf Kontinenten unterwegs, wie hier in Peru
© Merck
Weltweit im Einsatz: Die Thyromobile waren bereits auf fünf Kontinenten unterwegs, wie hier in Peru  
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Jodmangel und die Folgen
Das Spurenelement Jod ist essenziell für den menschlichen Körper – vor allem für den Aufbau der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Diese steuern Sauerstoffverbrauch und Wärmeproduktion sowie indirekt das Wachstum und die körperliche Entwicklung, weshalb Kinder besonders betroffen sind. Zudem beeinflussen diese Schilddrüsenhormone das Zentralnervensystem und die Muskelaktivität. Für Schwangere wichtig: Jodmangel wirkt sich außerdem auf die Funktion des Mesenchyms aus, einem extra- wie intraembryonalen Gewebe des Keimes.

 

Christian Schintag, zuständig für den Einsatz der Thyromobile
© Merck
Christian Schintag, zuständig für den Einsatz der Thyromobile