Nebenwirkung: Wissensgewinn
Mit PROCHE gewinnen alle. Die Sicherheit steigt durch das standardisierte Vorgehen mit vorab geklärten Details, und das Programm spart nicht nur Zeit, sondern auch Material. „Die Pharmazeutische Abteilung kann jetzt fast alle Vorbereitungen treffen, bevor der Patient auf unsere Station kommt – dank der verbesserten Kommunikation“, betont Scotté. Ein weiterer Punkt hat alle überrascht. Scotté berichtete darüber sogar auf dem Jahreskongress der amerikanischen Krebsgesellschaft (ASCO): Wie stark sich die Therapie auf den Alltag der Patienten auswirkt, war Ärzten nicht klar.
Scotté als Generalsekretär der französischsprachigen Fachgesellschaft für unterstützende Krebsbehandlung AFSOS (French Association for oncology Supportive Care) ist das sehr wichtig, denn mit diesem Wissen lassen sich gezielter auch die Begleitsymptome bekämpfen. „Patienten vergessen so viel zu sagen, wenn sie im Krankenhaus sind“, weiß der promovierte Onkologe. So erfährt die Krankenschwester am Telefon mehr als der Arzt im direkten Gespräch.
Bei allen großen Vorteilen von PROCHE gibt es nur einen Nachteil: die Kosten des Programms. Die bisher gut 1000 Patienten wurden dank der finanziellen Unterstützung von Merck Serono in Frankreich über zwei Jahre in diesem Programm betreut, das am HEGP niemand mehr missen möchte.
Von der Verordnung zum Infusionsbeutel |
Am HEGP werden die Medikamente zur Chemotherapie unter sterilen Bedingungen im Isolator in Infusionsbeutel oder Spritzen abgefüllt. Die Schritte von der Verordnung durch den Krebsarzt bis zum Patienten:
• Festlegen der entsprechenden Chemotherapie-Zieldosis durch den Arzt
• Das Call Center bittet den Patienten, alle relevanten Daten zu sammeln, Weitergeben der Informationen an den Pharmazeuten
• Pharmazeutische Freigabe der ermittelten Dosis nach Bestätigung durch den Onkologen: Er prüft die Dosis, danach überprüft der Pharmazeut alle Parameter einschließlich der tatsächlich enthaltenen Dosis
• Sterilisieren der benötigten Medikamentenpackungen und Infusionsbeutel für die Mischung und Verdünnung, Einführen in eine sterile Kammer (Isolator); die Techniker sitzen außerhalb und hantieren im sterilen Raum über in ihn hinein führende sterile Ärmel und Handschuhe, Mischung gemäß Verordnungsblatt
• Mischen, Beschriften und Überprüfen des Präparats (analytische Kontrolle des Medikaments und der Dosis)
• Ausschleusen aus Isolator, Lieferung an die Krankenstation
• Überprüfen der enthaltenen Dosis entsprechend der medizinischen Verordnung
• Körperliche Untersuchung des Patienten, Gespräch
• Infusion gemäß Protokoll |