Ein natürlicher Klassiker mit großer Zukunft

10.06.2009
Die wissenschaftliche Pharmazie hat sich aus der Naturheilkunde entwickelt. Manchmal kehrt sie wieder zu ihr zurück. Wie zur Beinwellwurzel, aus deren Extrakt seit 1931 eine Schmerzsalbe gewonnen wird. Und deren komplexe Inhaltsstoffe sich der Wirkung sogar moderner Substanzen überlegen zeigen. Von den Wurzeln der Kytta-Salbe.

 

Beinwell sieht nicht nur schön aus, sondern hat auch eine heilende Wirkung bei Muskel- und Gelenkschmerzen
© Imago
Beinwell sieht nicht nur schön aus, sondern hat auch eine heilende Wirkung bei Muskel- und Gelenkschmerzen  
Zur Forschung an Arzneimitteln der Zukunft gehört für Merck nicht nur die Suche nach neuen Wirkstoffen, sondern auch die kontinuierliche Prüfung seit langer Zeit bewährter Produkte. So sorgte Kytta-Salbe® nach aktuellen klinischen Prüfungen für positives Aufsehen: Dass die Schmerzsalbe mit natürlichen Inhaltsstoffen aus dem Extrakt der Beinwellwurzel bei Muskel- und Gelenkschmerzen ähnlich gut wirkt wie synthetische Arzneimittel, war schon länger bekannt. Doch dies wurde in einer neuen klinischen Studie nun auch bewiesen.

Bei der Doppelblindstudie mit 143 Patienten, die an Sprunggelenk-Distorsion litten, zeigte sich, dass Kytta-Salbe® mindestens so stark wirkt wie ein Gel mit dem chemischen Wirkstoff Diclofenac. In einigen Parametern, darunter dem Hauptzielkriterium, war die Beinwellwurzel-Salbe sogar überlegen. Die überzeugenden Ergebnisse der Vergleichsstudie wurden auf einer Pressekonferenz an der Harvard-Universität in Cambridge, Massachusetts, vorgestellt. „Die klinischen Prüfungen laufen weiter und wir erwarten in Zukunft noch viele gute Nachrichten“, sagt Julia Wehner, als Produktmanagerin für die Kytta-Produkte verantwortlich, zu diesem Ergebnis.

Wurzel in Tuben

Merck hat die Schmerzsalbe mit Beinwellwurzel-Extrakt seit vielen Jahren im Programm; das Grundrezept dafür ist 1931 im Schwarzwald entwickelt worden. Um die schmerzlindernde und heilende Wirkung der Wurzeln von Beinwell (Symphytum officinale L.) wussten aber schon antike Ärzte wie der griechische Mediziner und Pharmakologe Dioskurides, der im ersten Jahrhundert nach Christus in Rom praktizierte. Was Dioskurides in seinem fünfbändigen Werk „De Materia Medica“ über die Pflanze schrieb, spiegelt auch ihr deutscher Name wider: „Beinwell“ kommt von „Bein“, stellvertretend für Knochen, und „Wallen“, also dem Zusammenwachsen.

In der Volksmedizin etablierte sich der Beinwell ebenso wie in den Rezeptbüchern wichtiger Personen der Medizingeschichte wie Hildegard von Bingen und Paracelsus. Und es blieb nicht bei der Verwendung im europäischen Kulturkreis: Aus der Heilpraxis christlicher Missionare schauten sich unter anderem die Indianer Nordamerikas den Einsatz des Echten Beinwells oder Arznei-Beinwells bei Gelenk- und Muskelschmerzen, Verstauchungen, Rheuma und Gicht ab. Sie verbreiteten den Beinwell als Arzneipflanze in Amerika. An diesen frühen Austausch medizinischen Wissens zwischen den Völkern erinnerte die Merck Selbstmedikation GmbH augenzwinkernd mit der Werbekampagne „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“.

Selbst wer diese historische Tiefe der Verwendung von Beinwell nicht kennt, lässt sich durch aktuelle Studien zur Wirksamkeit der Schmerzsalbe schnell überzeugen. Schwerpunkte dieser Forschungen waren in den vergangenen Jahren Beschwerden wie Kniegelenksarthrose und Sprunggelenk-Distorsion. So genau die Merck-Forscher bei diesen klinischen Überprüfungen der Kytta-Salbe® hinschauen, so präzise geht es auch bei der Gewinnung des Extraktes zu. Schließlich muss der natürliche Inhaltsstoff gleichen Qualitätsmaßstäben genügen wie ein chemisch-synthetisches Mittel. Mindestens drei Jahre lang dürfen die von einem Partner für Merck angebauten Beinwellpflanzen vor der Ernte wachsen, bevor ihre Wurzeln für die Salbe verarbeitet werden. Das Alter der Pflanzen garantiert eine ausreichend hohe Wirkstoffdichte in den Wurzeln, welche in den verschiedenen Anbaugebieten jeweils im Herbst und Winter geerntet werden. Aus den Pflanzenteilen entsteht in einem speziellen Verfahren ein Fluidextrakt, der schließlich in die Salbe eingearbeitet wird. An der schmerzenden Stelle mit der Salbe als Medium auf die Haut aufgetragen, kann der Wirkstoff dann schnell und gezielt arbeiten.

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Bereits im ersten Jahrhundert erkannte der Mediziner Pedanios Dioskurides die Wirkung des Beinwells
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Die Gattung der Beinwell-Pflanzen: Wirksam sind die Inhaltsstoffe der Wurzel
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